Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Joh 15,12

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Grußwort im Advent

Liebe Schwestern und Brüder,

mit großen Schritten bewegen wir uns auf das Hochheilige Weihnachtsfest zu. Das Fest der Liebe, das Fest des Friedens. Ich freue mich wirklich sehr auf Weihnachten. Das ist genau mein Fest, die Stimmung draußen, die Lichter, die Gottesdienste, aber auch die Zeit der Vorbereitung finde ich Klasse. Der Advent der einen einlädt zur Ruhe zu kommen, während gleichzeitig so viele Termine auf einen einprasseln wie sonst das ganze Jahr über nicht.

Ich liebe den Advent, ich liebe Weihnachten.

Keine Sorge, ich komme ihnen jetzt nicht mit Geschichten aus meiner Jugend, mit Storys von Geschenken und heiler Familie. Nein, mich beschäftigen gerade ganz andere Dinge. Ich mache mir nämlich Sorgen. Große Sorgen. Ich fürchte mich manchmal. Ich fürchte mich vor „Fake News“, vor Nachrichten die jeglichem wahren Grund entbehren. Noch vor ein paar Jahren konnte man solche falschen Nachrichten gut erkennen. Ich erinnere mich an eine besonders lustige Nachricht. Angeblich hätte man in einer Nacht und Nebelaktion den Kölner Dom um 360 Grad gedreht. Ich hab herzlich gelacht. Denn auf den ersten Blick hat mich die Schlagzeile doch dazu verführt, die Meldung zu lesen. Hat geklappt, prima dachte ich mir. Wie pfiffig von den Autoren.

Aber was ich damals noch lustig fand, macht mir heute echt Sorgen. Immer öfter begegnen mir Meldungen, bei denen ich mir plötzlich nicht mehr sicher bin, ob diese auch wahr sind. Immer öfter begegnen mir Meldungen, die in ganz entgegengesetzte Richtungen gehen. Immer häufiger bekomme ich das Gefühl, dass es Mächte in dieser Welt gibt, die sich auf Kosten der Wahrheit, damit beschäftigen mich und andere in die Irre zu führen. Längst ist das nicht mehr lustig. „Fake News“ begegnen uns im Umfeld von politischen Wahlen, in sozialen Medien, aber auch im Freundes- und Verwandtenkreis. Denn was passiert, wenn jemand so eine falsche Nachricht für wahr hält? Er wird beginnen diese Nachricht weiter zu verbreiten und damit mit seinem Namen und seiner Person dieser falschen Nachricht Gewicht und Glaubwürdigkeit schenken. Seine Glaubwürdigkeit.

Au weia. Da steht viel auf dem Spiel. Letztlich die menschliche Freiheit und das Vertrauen in uns selbst. Eine harte Sache, kein Wunder, dass ich mir Sorgen mache.

Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens. Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

Das ist die Weihnachtsgeschichte wie sie um Lukasevangelium überliefert worden ist. Es gibt nicht viele Menschen die uns vorwerfen, dass es sich dabei um „Fake News“ handelt. Um ein Ereignis das es entweder gar nicht gegeben hat, oder das ganz anders zu deuten sei. Und wer sich heute zu dieser Nachricht von der Geburt Christi bekennt, der begibt sich in Gefahr. So ähnlich, wie wenn sich einer für „Fake News“ einsetzt und diese weiter erzählt. Und nun? Sollten wir also lieber nicht mehr von Weihnachten und der Geburt Christi reden?

Sollten wir lieber still sein und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen? Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen genau das machen und ich kann die Gründe dafür verstehen. Aber liebe Schwestern und Brüder, ich glaube daran, dass die Geschichte aus dem Lukas Evangelium stimmt. Ich glaube, dass Christus geboren worden ist, dass Gott als kleines Kind seinen Weg zu uns Menschen gefunden hat. Ich will mich auch dafür einsetzen, mit all meiner Glaubwürdigkeit. Ich will ganz auf meinen Herrn vertrauen. Mich tröstet die Stelle von den aufgeregten Hirten die sich gefürchtet haben als der Engel ihnen erschienen ist. Wahrscheinlich wäre es mir genauso gegangen damals.

Seit 2000 Jahren feiern wir als Christen die Geburt Christi. Wir tun dies Zuhause, wir tun dies auf der Arbeitsstelle, wir tun dies mit Freunden und Verwandten, wir tun dies ganz klar auch in der Kirche. Wir tun dies im Vertrauen auf Jesus, der von sich mal gesagt hat er sei der Weg, die Wahrheit und das Leben. Na dann mal los. Fürchtet euch nicht. Lasst es Weihnachten werden und erzählt allen davon.

Liebe Grüße
Ihr Pastor Patrik Krutten

 

Ein Gebet

Obgleich ich gar kein Vertrauen zu dir fühle,
so weiß ich doch, daß du mein Gott bist
und daß ich dir ganz zu eigen bin,
weiß, daß ich allein auf deine Güte vertraue,
und so überlasse ich
mich gänzlich deinen Händen!

Hl. Franz von Sales

Ein Zitat

Gott ist so groß, dass es wohl wert ist, ihn ein Leben land zu suchen.

Hl. Teresa von Avila

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Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

Joh 17,21