Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Joh 15,12

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Dass wir es doch sehen könnten,

Geschrieben von Pastor Karl-Josef Bings am .

dass von Ostern her Licht auch in unsere Grüfte und dunklen Klüfte, in die Gruben und Gräber leuchtet, in denen wir gefangen und des neuen Lebens beraubt sitzen!

Dass wir es doch sehen könnten, dass Gott den Stein und alle Steine ver-rückt, weggewälzt hat, der und die uns daran hindern, aufzustehen und die Stufen hinaufzusteigen, die zum Licht, zum Leben, zu einer neuen Lebendigkeit, wenn nicht zu einer neuen Erde, so doch zu einem neuen Gehen auf dieser unserer alten Erde führen. „Durch Seinen Tod und Seine Auferstehung hat ER uns befreit aus Tod und Grab zur Auferstehung…. Also lasst uns doch leben als neue Menschen Seiner Gnade“, schreibt Paulus, und wir „kennen“ diesen Spitzensatz des Glaubens – aber „können“ ihn nicht leben! –

Weil wir den Weg zum Leben, zum Licht, zum neuen Gehen auf dieser alten Erde nicht wahrnehmen? Weil wir die Stufen nicht sehen, die aus dem Dunkel zum Licht, aus dem Grab in die Freiheit der neuen Welt nicht wahr-nehmen? Weil wir lieber als die alten Menschen der Sünde, im gewohnten Dunkel verloren, als mutig Schritte im Glauben und Vertrauen zu wagen, dass ER uns Licht, Weg, Wahrheit und Leben ist? –

Im Gegensatz zu den Frauen damals, von denen wir im Evangelium der Osternacht hören werden, wissen wir, dass Gott Steine verrückt und Aus-Wege, neue Wege zum Leben eröffnet. –

Und doch komme ich mir oft so vor wie ein Petrus, der zwar aus dem Boot der Alltäglichkeit aussteigt auf Sein Wort hin, aber dann untergeht, weil ihm sein Misstrauen, seine Angst wichtiger ist als Sein Wort: „Komm! Trau dich!“ Oft komme ich mir vor wie ein Pilatus, der fragt: „Was ist opportun, was ist vernünftig, was ist richtig?“, statt mich einzulassen auf Sein Wort: „Ich bin der Weg und die Wahrheit. Niemand kommt zum Leben als durch mich!“

Oft komme ich mir vor wie die Jünger, die vollmundig bekennen: „Wir halten zu dir, guter Gott, heut und jeden Tag!“, die aber weg sind: eingeschlafen sind, sich verlaufen haben, als es brenzlig wird und es gilt, Farbe zu bekennen. Das wäre Leben, das wäre Glaube, das wäre gelebte Hoffnung auf die Neue Welt, das Königreich Jesu, das zwar nicht von dieser Welt aber zum Heil für diese Welt, für mein und Dein Leben ist: Von Seinem Ostern her fällt Licht auch in meine Grüfte und Klüfte, Gräben und Gräber und zeigt auch mir die Stufen, die zum Licht, zum Leben, zur Freiheit führen, die Gott eröffnet. –

Ostern, Auferstehung, Weg zum Leben ist nicht einfach plötzlich da! Der Weg nach Ostern, hinauf zum Licht, führt über den Palmsonntag, das unmenschliche „Kreuzige, kreuzige ihn!“, den berühmt-berüchtigten Schrei des Mobs; über den Gründonnerstag mit dem Zulassen dass der Meister den Seinen die Füße wäscht und dem Sich-Durch-Ringen zum Willen Gottes gegen das eigene Vernünftige; mit dem Karfreitag und dem Schrei aller Gerechten: „Mein Gott, hast auch du mich verlassen?“

Der Weg nach Ostern kennt das Schweigen und die Trauer des Karsamstags: das Schweigen wie Tot-Sein Gottes und das Aus-Halten des Noch-Nicht! (Häufig wird in unseren Tagen und von unseren Leuten der Karsamstag auch „Samstag vor Ostern“ oder gar „Ostersamstag“ genannt. Menschlich verständlich, aber gründlich falsch: Man darf das Grab und das Schweigen Gottes nicht abkürzen und verkürzen mit dem richtigen Blick auf das, was Gott sei Dank folgt.) –

Weder kann ich die Stufen überspringen, noch kann ich sie leugnen und so tun, als ob es sie nicht gäbe. Ich habe sie zu sehen und ich kann sie gehen – immer wieder neu, Schritt für Schritt. Denn Einer geht alle Schritte mit: ER, der uns voraus ist! Der uns Weg und Wahrheit ist! Der uns die Füße waschen will und nicht den Kopf! Der sich uns schenkt im Brot, dass wir Gemeinschaft haben mit IHM und miteinander. Dass uns Erlösung wird aus unseren Klüften und Grüften, Aus-Weg aus Gruben und Gräbern.

Ihr Pastor
Karl-Josef Bings

Ein Gebet

Ich möchte
Speise werden, um die Hungrigen zu sättigen,
Kleidung, um den Nackten zu bedecken,
Trank, um die Durstigen zu erfrischen,
Arznei, um den Magen der Schwachen zu stärken,
ein weiches Bett, damit sich die Müden ausruhen,
Heilmittel und Fürsorge, um die Leiden der Kranken, der Lahmen, der Verstümmelten, der Tauben, der Stummen usw. zu lindern,
Licht, um die geistlich und leiblich Erblindeten zu erleuchten.

Hl. Vinzenz Pallotti

Ein Zitat

Bist du krank oder verletzt, und möchtest du gesund werden? Jesus ist der Arzt. Er heilt dich durch sein Blut. Brennt das Fieber in dir? Er ist der kühlende Quell. Plagen dich die Leidenschaften und die Wirrnisse dieser Welt? Er ist der Quell geistlicher Tröstungen, der wahren Stärkung. „Fürchtest du den Tod? Er ist das Leben. Sehnst du dich nach dem Himmel? Er ist der Weg dorthin“ (Joh 14,6): das sind Worte des hl. Ambrosius.

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Apg 2,42