Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Joh 15,12

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Wo ist der Vater? Wer ist "Vater"?

Geschrieben von Pastor Karl-Josef Bings am .

Das finde ich so genial an Rembrandt, dass er die ach so altbekannte Botschaft in seinem Alltagsumfeld in Szene setzt und sie damit gleichsam herunterholt in seinen Alltag. Die Botschaft bleibt nicht hocherhaben und dem Allerweltsleben entzogen. Damit machte er gleichsam den Alltag und das alltägliche Erleben transparent(er) für die Botschaft, für das Evangelium. Dieser Mensch, der da aufbricht, sein eigener Herr zu sein, der es nicht erwarten kann sein Glück zu machen und sich „in der Fremde“ zu beweisen, er wird nur zu sich und zu seinem Glück finden, wenn er den Vater neu entdeckt! Nicht den „Alten Herrn“, den Erzeuger daheim! Nicht den Senior-Chef des elternlichen Betriebes! Nicht den, der das Sagen hat und zu bestimmen weiß! Sondern den Vater, der Freiheit lässt, zu gehen! Der zulässt, dass der Sohn seiner Wege gehen muss, weil er will! Der Vater, der schweigt aus Liebe! Der nicht von Recht und Unrecht spricht, nicht aufrechnet und nicht abrechnet, sondern blutenden Herzens liebt - und wartet!

Rembrandts Arbeiten laden uns ein, uns zu suchen und zu sehen, dass wir uns finden: Bin ich der Mensch, der weg geht, der schon den einen Fuß im Steigbügel hat und aufsteigen will zum Ritt ins ersehnte Glück? Der nur lachen kann, sollte ihm jemand sagen, dass er sich verloren hat oder sich verliert?

Oder bin ich der Fenstergucker? Von ober herab, hinter dem warmen Ofen in den sicheren vier Wänden schaut der dem „lästerlichen Treiben“ zu. Dünkt sich besser als der, der doch sein Bruder dem Wesen nach ist. Dabei ist er nicht weniger weit ent-fernt vom Vater – und merkt es nicht und sieht es nicht (ein)!

Wo ist der Vater? Wer ist „Vater“ … ?

Die Fastenzeit lädt uns ein, inne zu halten auf unserem Weg und erneut uns zu finden. Zu uns und zu unserem Glück finden wir nur, wenn wir erneut den Vater entdecken. Nicht den Alten Herrn, nicht den Chef, der das Sagen hat und alles besser weiß. Sondern den Vater, der schweigt, der Freiheiten lässt, der zu sieht und zulässt. Weil ER liebt. Der es kaum erwarten kann, dass wir heimfinden. Der unser Glück ist.

Ihr Pastor
Karl-Josef Bings

Ein Gebet

Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Liebe entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

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Ein Zitat

Die meisten Menschen ahnen nicht,
was Gott aus ihnen machen könnte,
wenn sie sich ihm nur
zur Verfügung stellen würden.

Hl. Ignatius von Loyola

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Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

Joh 6,35